Kalkulierte Unschärfe: Die Sache mit der Schärfentiefe

Zurück05.01.2006

Die Verteilung der Schärfe in einem Bild ist ein wesentliches Gestaltungsmerkmal. Bildbereiche, die scharf abgebildet werden, nimmt der Betrachter eher wahr als unscharfe Bereiche.

Durch die Schärfeverteilung wird die Aufmerksamkeit des Betrachters auf bestimmte Motive im Bild gelenkt.

Bei der Aufnahme wird die Schärfenverteilung im Bild von drei Faktoren beeinflusst:

Blende, Brennweite und Aufnahmeabstand.

Die Blendenöffnung lässt sich bei der Digicam im manuellen Modus oder in der Programmautomatik AV (Blendenvorwahl) verstellen. Zudem verwenden Programmautomatiken bestimmte Blendenvorgaben. Beim Porträtmodus ist die Blende weit geöffnet (f2,8–5,6), um den Hintergrund in Unschärfe zu tauchen, beim Landschaftsmodus wählt die Kamera automatisch eine kleine Blende (f11–22), um möglichst weite Bildbereiche scharf abzubilden. Generell meint "Große Blende" eine große Blendenöffnung - dazu gehört aber ein kleiner Zahlenwert (etwa f2,8), während "Kleine Blende" eine kleine Blendenöffnung meint, die sich hinter einem großen Wert (f16) verbirgt. Durch eine große Blendenöffnung fällt mehr Licht auf den CCD als bei einer kleinen Öffnung. Die Veränderung der Blende um eine "Stufe" bedeutet jeweils eine Halbierung beziehungsweise Verdoppelung der Lichtmenge, die auf den CCD-Sensor gelangt.

Und wie gesagt, von der Blendenöffnung hängt auch die Schärfentiefe ab. Bei gleichbleibender Brennweite und konstanter Entfernung zum Motiv gilt: Je kleiner die Blendenöffnung, umso größer ist die Schärfentiefe. Bei Blende f2 ist sie also geringer als bei Blende f16. Die Schärfentiefe liegt bei der Normalbrennweite etwa zu einem Drittel vor und zu zwei Dritteln hinter der eingestellten Entfernung. Variiert der Abstand zum Motiv, bei gleicher Blende und Brennweite, dann gilt: Je näher sich das Objekt an der Kamera befindet, um so geringer ist die Schärfentiefe. Bei einem Abstand von 4,5 Metern ist sie wesentlich größer als bei einem Abstand von 1,5 Metern.

Letzte Variable ist die Brennweite. Bei gleichem Aufnahmeabstand und gleicher Blendenöffnung kann man die Schärfentiefe verändern, indem man Objektive mit verschiedenen Brennweiten benutzt. Weitwinkelobjektive mit einer Brennweite um die 20 Millimeter liefern – vereinfacht gesagt und wissenschaftlich nicht ganz korrekt – die größte Schärfentiefe.

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