Die Verteilung der Schärfe in einem Bild ist ein wesentliches Gestaltungsmerkmal. Bildbereiche, die scharf abgebildet werden, nimmt der Betrachter eher wahr als unscharfe Bereiche.
Durch die Schärfeverteilung wird die Aufmerksamkeit des Betrachters auf bestimmte Motive im Bild gelenkt.
Bei der Aufnahme wird die Schärfenverteilung im Bild von drei Faktoren beeinflusst:
Blende, Brennweite und Aufnahmeabstand.
Die Blendenöffnung lässt
sich bei der Digicam im manuellen Modus oder in der
Programmautomatik AV (Blendenvorwahl) verstellen. Zudem verwenden
Programmautomatiken bestimmte Blendenvorgaben. Beim Porträtmodus
ist die Blende weit geöffnet (f2,85,6), um den Hintergrund in
Unschärfe zu tauchen, beim Landschaftsmodus wählt die Kamera
automatisch eine kleine Blende (f1122), um möglichst weite
Bildbereiche scharf abzubilden. Generell meint "Große Blende" eine
große Blendenöffnung - dazu gehört aber ein kleiner Zahlenwert
(etwa f2,8), während "Kleine Blende" eine kleine Blendenöffnung
meint, die sich hinter einem großen Wert (f16) verbirgt. Durch
eine große Blendenöffnung fällt mehr Licht auf den CCD als bei
einer kleinen Öffnung. Die Veränderung der Blende um eine
"Stufe" bedeutet jeweils eine Halbierung
beziehungsweise Verdoppelung der Lichtmenge, die auf den CCD-Sensor
gelangt.
Und wie gesagt, von der Blendenöffnung hängt
auch die Schärfentiefe ab. Bei gleichbleibender
Brennweite und konstanter Entfernung zum Motiv gilt: Je kleiner die
Blendenöffnung, umso größer ist die Schärfentiefe. Bei Blende
f2 ist sie also geringer als bei Blende f16. Die Schärfentiefe
liegt bei der Normalbrennweite etwa zu einem Drittel vor und zu
zwei Dritteln hinter der eingestellten Entfernung. Variiert der
Abstand zum Motiv, bei gleicher Blende und Brennweite, dann
gilt: Je näher sich das Objekt an der Kamera
befindet, um so geringer ist die Schärfentiefe. Bei einem Abstand
von 4,5 Metern ist sie
wesentlich größer als bei
einem Abstand von 1,5 Metern.
Letzte Variable ist die Brennweite. Bei gleichem Aufnahmeabstand und gleicher Blendenöffnung kann man die Schärfentiefe verändern, indem man Objektive mit verschiedenen Brennweiten benutzt. Weitwinkelobjektive mit einer Brennweite um die 20 Millimeter liefern vereinfacht gesagt und wissenschaftlich nicht ganz korrekt die größte Schärfentiefe.
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